Afrikanischen Masken

Die Bedeutung der afrikanischen Masken

Die afrikanischen Masken können, je nachdem zu welcher Ethnie sie gehören, verschiedene Funktionen und Aufgaben übernehmen. Zweifellos üben sie nicht nur eine Faszination auf das afrikanische Volk aus, sondern auf jede Person, dank ihrer Fähigkeit, die Fantasie anzuregen auf das Versprechen nach Verwandlung. Das Tragen einer Maske erinnert in der Tat daran eine Identität zu verbergen um eine komplett andere anzunehmen. Das erweckt Staunen, belustigte Verwirrung, aber auch Ehrfurcht und Beunruhigung.

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Die Präsenz von afrikanischen Masken in Museen oder Wohnungen in der westlichen Welt hat zur Folge, dass der ursprüngliche Wert verloren geht. Heute werden diese afrikanischen Masken als Meisterwerke anerkannt, aber die spirituelle Kraft wird nicht erfasst, die ihnen einst ihren Glanz und ihre Schönheit gaben. Innerhalb des Herkunftsort, des Stammes, war die Maske eine hoch geschätzte Einheit, gehuldigt, geliebt, aber auch gefürchtet. Die Wichtigkeit der Masken für die afrikanischen Völker besteht in der unsichtbaren Kraft die ihnen zugeschrieben wird, was ein natürliches Element sein kann, oder ein Geist der Vorfahren, einer Gottheit oder jedwede verkörperte, übernatürliche Kraft. Derjenige, der eine Maske trägt, vereint und verschmelzt die Kraft mit dem ihr zugeschriebenen Geist, erweitert den Wert und erhöht die Macht. Heutzutage hat die Rolle der afrikanischen Maske eine innere Differenzierung erfahren; während einige Stämme des Schwarzen Afrikas immer noch Masken bei verschiedenen Zeremonien und Feierlichkeiten benutzen, für in der Zeit unverändert gebliebenen Rituale, besitzen andererseits die Stämme keine Masken mehr.

Beispiele Afrikanischer Masken

Die afrikanischen Masken variieren in der Beschaffenheit und stellen diverse stilistische Typologien dar von der nüchternen Gestaltung der Dogonmasken bis hin zu den figurativeren Masken der Baolé. Die Dogon verfügen über etwa fünfundsiebzig verschiedene Arten von Masken, in verschiedenen Größen und Formen. Diese sind stilisiert, fast abstrakt, mit monumentalen Beispielen wie die verkörperte Typologie der Schlange Iminama; oder die Kanagamaske, die ein kurzes Antlitz mit zwei vertikalen Furchen besitzt die als Augen dienen und obenauf ein großes Kreuz hat. Ein anderes Merkmal der Dogon ist, dass sie das Holz unbehandelt lassen. Sie verwenden keine der bunten Patinen, die von anderen Stämmen häufig benutzt werden.

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Ein anderes Beispiel afrikanischer Masken das sich durch seine monumentale Größe auszeichnet, ist die Kopfbedeckung für Tänzer in Schlangenform der Baga Ethnie, die Bansonyi genannt wird, und die auch von anderen Bevölkerungen Guineas verwendet wird. Diese große mystische Schlange behütet den Geist, der das Dorf vor dem Bösen bewahrt und Wohlstand erbittet. Dies geschieht am Anfang Ende von Initiationszyklen. Die enorme Skulptur von kurvenreicher Form ist manchmal bis über zwei Meter groß und wird auf dem Kopf getragen; der Körper des Trägers ist in ein Gewand aus Naturfasern gekleidet aus dem nur der riesige Kopfschmuck hervorragt. Die Schlange ist einfach dekoriert mit weißen und schwarzen Dreiecken die sich rythmisch abwechseln, indem sie das Volumen und die farbenreiche Harmonie hervorheben. Die beachtliche Größe gibt vertikalen Schwung und überträgt die starke Darstellung des Geistes auf die mythische Schlange.

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Eine weitere afrikanische Maske von außergewöhnlicher Machart und Schönheit, ist die Tanzmaske der Bambara Ethnie aus Mali, „Tyiwara“ genannt. Sie hat die Form einer Antilope und gehört der Chiwara Gesellschaft an; sie stellt ein fabelhaftes Wesen dar welches dem Stamm die Kunst der Landwirtschaft gelehrt hat und symbolisiert den unermüdbaren Bauern. Die Kopfbedeckung wird wie ein Helm getragen zusammen mit einem Kostüm aus Fasern. Die Maske schmückt Paare, die mit Stöcken in den Händen die Bewegungen der Antilopen nachahmen. Der Tanz wird vor den jungen Bauern aufgeführt, begleitet vom Rhythmus der Trommeln und dem Gesang der Frauen. Die „Tyi-wara“ Kopfbedeckungen können sowohl männliche Antilopen als auch weibliche Antilopen mit einem Kalb darstellen.

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Die afrikanische Maske wird hauptsächlich von Männern getragen. In der Mende Ethnie aus Liberien wird der Bunduhelm von den Frauen getragen. Die Frauen führen wichtige Tätigkeiten im gemeinschaftlichen Leben des Stammes aus. Ihre Helmmasken stellen die ideale weibliche Schönheit dar, sowohl äußerliche als auch innere und zelebrieren diese. Die Gesichtsform der Maske bildet die somatischen Merkmale der Mende nach. Die Form dieser Masken variiert je nach Gruppe, nach Art der Frisur oder im Volumen der Halsfalten. In der Tat liegen die Außergewöhnlichkeiten dieser Masken in den Details der Haare und dem Halsschmuck am Kinn.

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Die „Kifwebe“-Masken der Ethnie der Songye, beheimatet im Kongo, sind afrikanische Masken in deutlich kubistischem Stil, charakterisiert durch sehr stilisierte und geometrische Volumen. Diese Masken werden von Mitgliedern geheimer männlicher Gesellschaften getragen, um politische Macht innerhalb des Stammes auszuüben. Der Tänzer der die Maske trägt, wird gefürchtet, respektiert und als ein Wesen angesehen, das übernatürliche Kräfte besitzt. Diese Masken können von zwei verschiedenen Arten sein: weiblich und männlich. Letztere sind größer, und haben einen ernsteren und autoritäreren Ausdruck. Ihre unbestrittene Schönheit hat viele westliche Künstler inspiriert. Ihre sehr stilisierten Formen und Volumen, oft unproportioniert aber immer harmonisch, werden durch bunte eingeritzte Linien hervorgehoben die der Erhabenheit dieser außergewöhnlichen afrikanischen Masken einen Mehrwert verleihen.

Das Flussbecken des oberen Nigers

Wie die anderen antiken Kulturzentren der Welt, so ist auch das des Schwarzen Afrikas in den Talebenen von großen Flüssen entstanden. Das Becken des oberen Nigers umfasst den Süden der Republik Mali, die Grenze mit Guinea im Nordosten und gabelt sich dann Richtung Süden. Die in dieser Ebene ansässigen Stämme sind: Bambara, Marka, Soninké, Malinké, Bozo, Dogon, Bowo, Bwa, Gurunsi, Mossi,Kurumba-Nioniosi, Senufo, Nafana, LìKoulango, Toussian.Lobi und Ligbé. Die Kunst aus dieser Provinz reflektiert natürlich sowohl historische, als auch ethnische Verschiedenheiten. Man kann jedoch feststellen, dass der westliche Teil stilistisch homogener ist, während der östliche Teil sich abgrenzt auf Grund seiner größeren ethnischen Verschiedenartigkeit. Die Bambara, von der Sprachfamilie Mandé (die auch die Soniké und Malinké umfasst), wissen die künstlerische Tradition der Gruppe am besten zu interpretieren, in dem sie anthropomorphe und zoomorphe Masken herstellen, und auch Kopfbedeckungen für Tänze die Antilopen drastellen. Die Masken der Stämme der Marka und Malinké werden als regionale Varianten des Bambarastiles angesehen, auch wenn diese eine gewisse Originalitàt besitzen, während die vielfarbigen zoomorphen Masken der Bozo stilistisch gesehen autonomer sind.

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Was die Dogon anbetrifft, handelt es sich um die bekannteste und produktivste aller Ethnien, die eine sehr alte Tradition besitzt und eine reiche Themenorientierung aufweist. Ihre Masken waren bis vor nicht langer Zeit die am in Europa meisten studierten afrikanischen Masken. In ihnen verschmilzt die strukturelle Einfachheit mit einer strengen Geometrie. Die bekanntesten Masken heißen „Kanaga“; diese haben auf dem Haupt einen flachen Helmschmuck (seine eingravierte Konturen und eingeritzte Motive unterstreichen ihre Bedeutung) und das Ganze erinnert an die Züge eines Krokodils. Die zweite bekannteste Ethnie des Nigerbeckens sind die Bobo. Diese ethnische Gruppe ist bekannt für ihre Helmmasken in lebendigen Farben; diese stellen ein rundes und flaches Gesicht dar, mit konzentrische Augen und einem vollen und rautenförmigen Mund. Der Stamm der Toussian stellt bemerkenswerte zoomorphe Masken her. Es handelt sich hier um einen kleinen und weniger bekannten Stamm. Diese sind beachtliche Beispiele von geometrischer, abstrakter und zweidimensionaler Darstellung; Rechtecke sind grafisch von Diagonalen durchschnitten um vier Dreiecke zu bilden, von denen das obere ein kleines Tiersymbol des Tieres darstellt, welches die Maske repräsentiert (z.B. ein Horn von einem Büffel).

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Der westliche Teil des Golfes von Guinea

Die Volksstämme die in der geografisch westlichen Region des Golfes von Guinea leben sind: Bidyogo, Nalou, Landouman, Baga, Mendé, Vai, Gola, Temme, Toma (Loma), Krou, Grebo, Kpelle, Dan, Ngéré, Ngéré-Wobé, Bété, Gouro, Baoulé, Baoulé-Yaouré, Attie, Adioukrou, Alagya, Ebrié, Asante, Agni, Abron, Fanti. Es ist generell schwierig die Grenzen der künstlerischen afrikanischen Provinzen mit Genauigkeit zu bestimmen; dies gilt besonders für diese Region auf Grund von Migrationseinflüssen im Innern des Kontinents und Vermischung der Ethnien untereinander. Jedoch kann man die politische Geografie dieses Territoriums bestimmen, welches Guinea-Bissau umfasst, die Republik Guinea, Sierra Leone, Liberia, die Elfenbeinküste, Ghana und Togo, das nördlich an den westlichen Teil des Sudans anschließt.

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Der westliche Teil des Golfes von Guinea teilt sich in drei künstlerische Regionen auf:

Der erste besteht aus den Stämmen Bidyogo, Nalou, Landdouman und Baga. Ihre Masken sind realistisch, naturalistisch und im Wesentlichen monumental (ein Beispiel ist die „Banda“-Maske, die bei Initiationsriten benutzt wird);

Die Zweite umfasst viele Stämme aus Sierra Leone, Liberia, Südost-Guinea und den Westen der Elfenbeinküste. Gesichtsmasken, die hauptsächlich den geheimen Gesellschaften „Poro“ und „Bundu“ zukommen, machen den Großteil aus.

Die dritte künstlerische Region umschließt den Stamm der Bété und Gouro, aber erhält Stileinflüsse der Dan und Ngéré. Es finden sich Masken in menschlicher Gesichtsform, mit hoher gewölbter Stirn und introvertiertem Ausdruck. Der obere Teil einiger Masken kann von einem Personenpaar dominiert sein.

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Was den Baoulé-Clan anbetrifft, ist dieser der produktivste Stamm in Sachen Skulpturen, sowohl in Anzahl von Stilen, als auch in Anzahl an Kunstwerken. Ein Grund dieses Reichtums ist ihre geografische Lage, die ein Treffen mit verschiedenen Kulturen ermöglicht. Ein Beispiel sind die Masken der Baoulé, genannt “kplé-kplé”, die den Kontrast zwischen dem realgetreuen und rundem Baoulé-stil und dem Stil des westlichen Sudans darstellen, welcher kantiger und strenger ist.

Der östliche Teil des Golfes von Guinea

Den östlichen Teil des Golfes von Guinea kann man in vier Makrogebiete aufteilen: Die heutige Republik Benin und das westliche Nigeria, die die Volksstämme Ewé, Fon, Yoruba, Bini, Urhobo und Ishan. Es ist die wichtigste Region und ist sehr von der stilistischen Tradition der Yoruba beeinflusst, deren Masken die bekanntesten der traditionellen afrikanischen Kunst sind und die vor allem bei rituellen Tänzen zur Schau gestellt werden. Die Bini des östlichsten Teils drücken ihren Stammesstil am besten mit ihren Gesichtsmasken aus der Gesellschaft „Ekpo“ aus, die in Höhe des Kiefers einen Stöckchen besitzen können, das sich der Tänzer zwischen die Zähnen klemmt. Der nah gelegene Stamm Urhobo präsentiert Masken mit deutlichem Einfluss des kubistischen Stils. Einige stellen die Wassergeister dar. Die Ishan hingegen stellen Gesichtsmasken her die an den Schlitzen erkennbar sind, die die Augen und den geöffneten Mund darstellen, die alle Zähne entblößen.

Das südöstliche Nigeria umfasst die Stämme Ijo, Kalabari, Anyang, Widekum, Ekoi, Keaka, Bokyi, Ibibio, Kana ed Ibo. Die Ijo,die sich an der Küste des Nildeltas befinden, haben von Wasserelementen beeinflusste Themen entwickelt; diese glauben an die Existenz von Wassergeistern, die die Geschicke der Menschen bestimmen. Ihre Masken dieser übernatürlichen Wesen stellen stilisierte Fischköpfe dar, oder Monster, die aus diversen Körperteilen von Wassertieren zusammengesetzt werden. Der kleine Volksstamm Ekoi fertigt Masken in Frauenkopfform, die von wunderschönen Frisuren dominiert werden. Die Masken der Bokyi hingegen, stellen zwei gegenüberstehende Gesichter dar, oft in Lebensgröße, sowie Masken von Tierköpfen mit Schnäbeln. Der Stamm Ibo (unterteilt in zahlreiche Unterstämme), der viele Kaufleute und Handwerkern besitzt, nimmt die Inspiration für seine Masken von den zahlreichen Reiseerfahrungen der Bewohner. Die Kunstwerke sind also ein Produkt eines Mosaikes aus Stilen und Themen. Die Masken der Geheimgesellschaft „mmwo“, die verlängerte Gesichter haben und generell weiß sind, stellen junge, verstorbene Frauen dar. Oder die Masken „mba“, sind von enger und ovaler Form, mit akkuraten Augenbrauen und Einritzungen auf den Wangen. So auch die Masken „Maji“, die für Initiationen benutzt werden.
Am Benueflussbecken sind die Stämme Igala, Idoma, Tiv, Bwaka, Chamba, Mumuyé, Mambila, Kaka, Wurkum, Goemai, Montol, Kantana, Ham, Koro, Afo, Bassa Ngué, Bassa Komo, Igbira und Nupe beheimatet. In dieser künstlerischen Provinz wurden Spuren von den ältesten afrikanischen Plastiken gefunden. Der Stamm der Igala zeichnet sich durch seine bunten Tanzmasken in menschlicher Kopfform aus. Die Idoma hingegen unterscheiden sich in ihren abstrakten Tanzmasken, die an Türme erinnern. Der kleine Stamm Jukun hat die „Aku-onu“ Masken (auch „Aku-maga“ genannt) entwickelt, die sehr abstrakt sind und ein menschliches Gesicht darstellen mit langer, spitzer Nase, einem Schnabel gleich, in dem ein Blatt eingebettet ist. Der Begriff „aku“ bedeutet König und lässt vermuten, dass diese Masken für religiöse Riten oder Rituale bestimmt waren. Der König der Jukun, der sich nur verhüllt zeigte, wurde für einen Zeitraum von maximal sieben Jahren gewählt. Danach wurde er erwürgt. Der islamische Stamm der Nupe stellt gewölbte Masken her von ovaler Form; die Merkmale sind runde Schlitze für die Augen und vielförmige Auskragungen auf dem Haupt. Diese Masken lassen auf eine bildhauerische Tradition in den islamisierten Ländern Nordnigerias deuten.
Das Grasland von Kamerun umfasst die Stämme Bamiléké, Bangwa, Tikar, Bekom, Bamoum, Bali, Bafoum, Bakoundou und Douala. In diesem grasigen Hochland, auf tausend Metern Höhe, haben sich viele Stämme niedergelassen und Königreich-Dörfer gegründet, in denen die Macht des Königs oft von geheimen Gesellschaften abhing. Die reiche Produktion dieser künstlerischen Provinz ist an die Hofkunst gebunden. Der Bangwa-Stamm stellt Masken mit gespanntem Leder her, während sich der Stamm der Bamiléké durch antropomorphe Tanzmasken auszeichnet. Die Masken, die Elefanten darstellen, sind sehr stilisiert, während die, die Büffel darstellen, realistischer sind. Die Gesichtsmasken der Bakoundou erinnern an einen umgedrehten Wassertropfen; in diesem sind die Augen eingelassen. Die Kunst der Doulala drückt sich in stilisierten Büffelsmasken aus. Ihre Vielfarbigkeit verdanken sie importierten Lacken, die die Oberfläche in bunte geometrische Zonen einteilen. Diese Masken sind sehr flach und wurden von der Geheimgesellschaft “ekangolo” verwendet. Diese Unterteilung zeigt die stilistischen Hauptverschiedenheiten dieser künstlerischen Region, die sowohl ethnisch, als auch sprachlich sehr verschieden ist.

Äquatorialafrika

Die große, künstlerische Provinz des Äquatorialafrikas umfasst Kamerun, die Volksrepublik Kongo, Zaire, Angola und berührt einige Nachbarländer. Die Gründe für die uns wenig überlieferten Zeugnisse sind die folgenden:
– Das Gebiet ist durchzogen von Regenwäldern und Savannen; dieses tropisch feuchte Klima ist der Grund der extremen Verderblichkeit des Hauptrohstoffes für die afrikanischen Kunst – das Holz;
– Das Landesinnere ist bis zur zweiten Hälfte des 19. Jhd. unzugänglich geblieben;
– Im Kongo erbitterte sich der Fanatismus der christlichen Missionare gegen die traditionelle Kunst, bis im Jahre 1717 die Portugiesen verjagt wurden und die traditionelle Kunst sich erholen konnte;

– Der französische Kolonialismus brachte die Christianisierung mit sich und die Verteilung der örtlichen Idole.
Aus diesen Gründen sind uns heute erst die Kunstwerke der isolierten Stämme aus schwer zugänglichen Gebieten zuteilgeworden.

Wir können das äquatoriale Afrika in fünf Stilzonen einteilen:
1. Das Ogooué-Flußbecken, die die Stämme Fang, Bané, Boulou, Youndé, Yabassi, Bakota, Mahongwé, Ambété, Mitsogho, Balumbo, Mashango, Ashira, Bapounou und Bavouvi umfassen.
Die Beti-Volksstämme (das sind Bané, Boulou, Youndé, Ntoumou, Mwai und Fang) haben gemeinsam, dass sie Köpfe und antropomorphe Figuren entwickelt haben, die auf Reliquiendeckeln abgebildet sind (genannt „bieri“), in deren Gefäß die Knochen der Vorfahren aufbewahrt sind. Ein anderes gemeinsames Thema ist, dass die Masken ein weiß bemaltes Gesicht haben und die Geister der verstorbenen Kinder darstellen. Die wichtigsten Masken (genannt „ngel“) gehören zu der Geheimgesellschaft „ngi“; diese sind weiß, lang und eng, und haben eine vertikale Linie, die schematisch die Gesichtszüge zusammenfasst, während die Augen durch enge Schlitze dargestellt sind;

2. Das nördliche Zaire umfasst die Stämme Bakwélé, Bwaka, Mangbétou, Azandé, Bambolé, Balega. Die Masken der Bakwélé stellen stilisierte zoomorphe Köpfe dar, wie Elefanten, Antilopen oder Gorilla. Sie werden für Tänze oder als Dekor benutzt. Die Initiationsmasken Bwaka können die Stilisierung des runden Gesichts in Herzform darstellen, oder eine Reihe von Einritzungen in Nussform aufweisen. Bei den Balega hingegen hat die Gesellschaft der „bwamé” die Anfertigung von Masken gefördert, die die verschiedenen Initiationsstufen darstellen (fünf für die Männer, drei für die Frauen).
3. Das Gebiet des unteren Kongos umfasst die Bavili-Ethnie, die Bawoyo, Basoundi, Basolongo, Babembé, Batéké-Sisé, Batéké-Fumu, Kuyu. Es handelt sich um ein klassisches Gebiet des Fetischismus in dem sich eine realistischer Stil mit runden Formen durchsetzt, der sich von der Deformation oder der Exaltation entfernt. Dieser Stil wird „bakongo“ genannt und vermutet eine nicht ethnische, aber sprachliche Einheit. Am Ende des 19.Jhd. war das untere Kongogebiet eines der ersten afrikanischen Territorien, das sich der Nachfrage von handwerklichen Kunstwerken von Seiten der Europäern stellen musste. Das hatte zur Folge, dass die Themen der Kunstwerke sich geändert haben, indem sie sich an die Geschmäcker der Besucher angepasst haben.
4. Das südliche Zaire, beheimatet die Ethnien Bayaka, Basuku, Bambala, Bahuana, Bapendé, Bakuba, Bashilélé, Bawongo, Bashobwa, Babinji, Bakété, Ndengese, Bena Biombo, Bena Lulua, Balwalwa, Basalampasu, Bena Kanioka, Batshokwé, Ovimboundo und Baholo. Das große Flußbecken des Kasai teilt die Region kulturell und geografisch. Die Bayaka sind bekannt für ihre Helmmasken; sie wurden von den Jugendlichen bei Festumzügen getragen, die ins Dorf nach Initiationsfeiern zurückführten. Das Haupt der Maske schmückt eine Frisur und auf der Stirn befindet sich eine Figur; diese Figur wird häufig erneuert und umgeändert um den Zuschauer zu belustigen. Die bunten Helmmasken Basuku („Hemba“ genannt) sind komplett aus Holz gemacht; diese repräsentieren einen menschlichen Kopf auf dem ein sich ein geschnitztes Tier befindet, oft ein Vogel. Die Bakuba-Masken gibt es in drei Ausführungen:die „mwaash a mbooy“ Maske, die den König Woot darstellt, die Maske „shene malula“ stellt die Namensschwester und Braut des Königs dar. Der dritte Typ Maske, die „ngady a mwaash“ variiert in Farben und Details. Die Batshokwè haben eine breite Auswahl an Zeremonienmasken entwickelt wie z.B. die „chikunza“, die einen wohlwollenden Geist darstellt, der Fruchtbarkeit garantiert.
5. Das Flußbecken des Lualaba umfasst die Ethnien Baluba, Basikasingo, Babembé, Babuyé, Baholoholo, Batabwa, Basongye und Batetela. Die Baluba-Masken sind dunkel, halb kugelförmig und mit weißen Kreisen bemalt und zeigt sehr stilisierte Züge. Sie werden bei Anlässen rund um das Stammesoberhaupt verwendet. Die Batela-Masken sind hauptsächlich Helmmasken mit zwei sich gegenüberstehenden Gesichtern, überragt von einem Horn und einem weiteren kleinen Kopf. Oder die Helme können kegelförmig sein mit schematischen Gesichtszügen, auf deren Haupt eine Art Heiligenschein sitzt.

Das östliche und südliche Afrika

Das östliche und südliche Afrika umfasst die folgenden Volksstämme: Bari, Gato, Konso, Ometo, Wassiba, Wakerewe, Wassukuma, Abaha, Wabendé, Wanyamwezi, Wagogo, Washambala, Wasaramo, Doe, Wabondei, Makondé, Wamovere, Mawia, Wayao, Lomwé, Barotsé (Lozi), Masubia, Bathonga, Zulu. Fälschlicherweise wird angenommen, dass das östliche und südliche Afrika ein kunstloses Gebiet ist. Es ist hingegen richtig zu behaupten, dass es wenige traditionelle Fundstücke gibt und dass sie mehr bildhauerische Kunstwerke zustande bringen als Masken. Dennoch gibt es auch in diesen Regionen wichtige künstlerische Zentren. Die Wassiba, ein Stamm aus Tansania, haben hölzerne, schematische Masken entwickelt, die an Stelle der Augen große runde Löcher haben; die Besonderheit sitzt im Mund, der mit echten Menschenzähnen ausgestattet ist. Ein anderer Stamm aus Tansania ist der Wamovere-Stamm, der antropomorphe und zoomorphe Masken herstellt. Die Gesichtsmasken der Makondé hingegen erinnern an die Masken der Yoruba. Diese sind leicht gewölbt, sehr stilisiert und in dunklen Braun-/ und Rottönen bemalt. Die weiblichen Masken unterscheiden sich von den männlichen durch die „pelelé”, einer runden Lippenscheibe.
Der nahgelegene Stamm Mawia hat die Masken der Makondé kopiert, sowohl stilistisch als auch thematisch. Die Barotsé (Lozi) haben Masken für den „makishi“ Tanz kreiert; diese sind aus Weidengeflecht gemacht, verziert mit geometrischen Mustern und mit zwei Reihen von blauen Zähnen versehen.